Telekom Baskets Bonn Das Thema Jared Jordan überlagert alles

26.02.2014 11:45
BONN.  Eine weitere wichtige Aufgabe steht für die Telekom Baskets Bonn am Mittwoch bei Rasta Vechta auf dem Programm (20 Uhr, Rasta Dome, live im Baskets-Netradio). Doch überlagert wird das sportliche Geschehen vom sich hartnäckig haltenden Gerücht, dass Jared Jordan, bester Passgeber der Liga, von den Baskets zu Meister Brose Baskets Bamberg wechselt.

Und das mitten in der Saison. Von Gerücht kann man allerdings inzwischen kaum mehr reden. Es ist kaum noch zu leugnen, dass die Bamberger den US-Amerikaner haben wollen.

Während alle Beteiligten dazu dennoch weiter beharrlich schweigen und Jordan heute Abend in Vechta ganz normal im Magenta-Trikot auflaufen soll, machen die Fans beider Lager in den diversen Internetforen ausgiebig Gebrauch von ihrer Meinungsfreiheit.

Bemerkenswert, dass selbst Bamberger Fans den Zeitpunkt einer möglichen Offerte ihres Clubs für mindestens fragwürdig halten. Auf Seiten der Bonner Anhänger herrscht Einmütigkeit, dass die Abwerbung eines Schlüsselspielers von einem Liga-Kontrahenten kurz vor Ende der Wechselfrist das Fairplay mit Füßen tritt.

Dieses Verhalten ist wohl Ausdruck der großen Unruhe und der großen Nervosität in Bamberg. "Nach sechs Meisterschaften muss ja logischerweise das Ziel höher gesetzt werden als nun nur noch die siebte zu holen", sagte Michael Stoschek Anfang September 2013 gegenüber BroseBaskets-TV, als die laufende Saison noch gar nicht angepfiffen war. Das war eine freche Ansage an den Basketball-Emporkömmling FC Bayern München, dem neuen wirtschaftlichen und sportlichen Schwergewicht der Liga.

Stoschek ist jetzt der starke Mann in Bamberg: Er ist nicht nur Chef des Autozulieferers Brose und Hauptsponsor, sondern auch Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der neuen Bamberger Basketball GmbH. Es wäre schön, sagte Stoschek zu Saisonbeginn, es bis in die Runde der letzten Acht in der Euroleague zu schaffen. Auch die Philosophie legte er fest: "Wir wollen mit Leidenschaft und Herzblut das eine oder andere ausgleichen, was andere mit Finanzmitteln machen."

Monate später ist Bamberg in der Euroleague frühzeitig ausgeschieden. Nun wird der Ton harscher. Die Internet-Plattform spox.com zitierte Stoschek Mitte Februar: "Wir haben die teuerste Mannschaft aller Zeiten. Wir haben drei teure Spieler nachverpflichtet. Jetzt muss die sportliche Führung mit dem Team Erfolg bringen." Cheftrainer Chris Fleming steht mehr oder weniger zur Disposition.

Dabei liegt Bamberg auf Platz zwei der Liga und ist dem FC Bayern dicht auf den Fersen. Es könnte aber sein, dass man in Bamberg diese Saison nicht die siebte Meisterschaft feiert, sondern in München die dritte (nach 1954 und 1955). Auch im Sponsorenkreis rumort es. In der "Neuen Presse" forderte Michael Ehlers, Chef des Brose Baskets Business Clubs, schon Ende des Jahres in einem offenen Brief von Stoschek mehr "Klarheit" und "Transparenz" über die künftige Ausrichtung des Clubs.

Vor diesem Hintergrund spielt das Gerücht, dass die Bamberger nun ausgerechnet in Bonn die vierte Nachverpflichtung tätigen wollen. Mit "Herz und Leidenschaft" hat das wenig zu tun, hier ist viel Geld im Spiel. Stoschek will die Bayern mit aller Macht stoppen - und er soll ein Fan von Jordan sein. Weder von den Telekom Baskets und dem umworbenen Jordan noch von den Bambergern lassen sich erhellende Statements herauskitzeln. Immerhin erklärte Baskets-Präsident Wolfgang Wiedlich: "Es gibt gute Gründe, warum wir zu diesem Zeitpunkt dazu keinen Kommentar abgeben können und wollen." Ein Dementi klingt anders.

Es scheint so, als seien die Baskets verhandlungsbereit. Aus den zurückliegenden Jahren weiß man aber, dass die Verantwortlichen nicht dazu neigen, Unüberlegtes zu tun oder allzu große Risiken einzugehen. Sie werden die Play-off-Teilnahme nicht gefährden wollen und Jordan nur ziehen lassen, wenn sie gleichwertigen Ersatz bekommen. Naturgemäß schießen in einer solchen Phase die Spekulationen ins Kraut.

Darius Washington von Olin Edirne (Türkei), mit dem die Baskets laut eines Internet-Portals angeblich verhandeln sollen, ist offenbar nicht der Jordan-Ersatz. "Wer könnte denn passen?", fragen sich die Fans. Selbst Miah Davis, ehemaliger Baskets-Guard und inzwischen in die Jahre gekommen, wird dabei genannt. Das geht aber wohl völlig an der Realität vorbei.

Nach GA-Informationen wollen die Baskets die Team-Hierarchie nicht zu sehr in Unordnung bringen und einen Spieler holen, der wie Jordan vor allem darum bemüht ist, das Spiel zu führen und seine Mitspieler in Szene zu setzen. Darunter soll auch ein Kandidat sein, der schon einmal im Telekom Dome aufgelaufen ist: Eugene Lawrence. In der EuroChallenge-Saison 2010/2011 spielte er für den polnischen Club Prostejov und feierte mit seinem Team in der Gruppenphase zwei Siege gegen Bonn. Der Amerikaner gilt als hervorragender Spielmacher. Derzeit spielt er für Hoverla, den Tabellenzehnten der ukrainischen Superliga, und kommt dort auf 10,1 Punkte, 5,8 Assists und 2,8 Rebounds pro Spiel.

Abseits des Jordan-Schauplatzes muss sich die Mannschaft auf die Partie in Vechta konzentrieren. Dort treffen die Baskets auf eine Mannschaft, die fünf Spiele in Folge nicht mehr gewonnen hat und auf einen alten Bekannten: Brandon Bowman. Der Amerikaner spielte in der Vizemeister-Saison 2008/2009 für Bonn und bringt beim Aufsteiger im Schnitt 12,2 Punkte und sechs Rebounds auf die Anzeigetafel. Star der Mannschaft, die von enthusiastischen Fans unterstützt wird, ist Richard Williams, der pro Spiel 14,5 Punkte, 5,2 Assists und 5,2 Rebounds sammelt. Nicht nur Bowman wurde von Vechta nachverpflichtet, vor Kurzem auch William Conroy (11,5 Punkte, 4,0 Assists).

Weitere Informationen zu Baskets Bonn finden Sie im GA-Spezial.

Artikel vom 25.02.2014

 

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